Danke, Warren Buffett

Das Probelokal des MV Harmonie UnglauBlech war in einem jämmerlichen Zustand. Der Verputz blätterte von den Wänden, die eigentliche Farbe des Spannteppichs sah man nur noch unter dem Kühlschrank, der seit Jahren nicht mehr kühlte aber lärmte, und seit unser Ehrenmitglied Küde "Stumpe" Füglistaller damals das Notenarchiv in Brand gesetzt hatte, roch es auch äusserst unangenehm. 
Die Vereinsfinanzen liessen aber keine Renovation zu und keines der Mitglieder hatte auch nur einen Hauch von den handwerklichen Fähigkeiten, ein solches Projekt in Fronarbeit anzupacken. 
Der Vorstand hatte sich daher auf die Suche nach einem wohlhabenden und wohltätigen Kunstmäzenen gemacht. Man fand viele wohlhabende Menschen. Aber keiner war wohltätig genug. 

Doch dann erreichte unseren Präsidenten folgende Email:

Was für ein glückliche Fügung! Was für ein Glück auch, dass unser Präsident den Spitznamen "Mutter Theresa der Blasmusik" trägt! Natürlich war es für ihn keine Frage, dass das Geld vollumfänglich in die Vereinskasse "seiner" Harmonie UnglauBlech fliessen würde.
Es dauerte mehrere Tage, bis das Geld endlich eintraf. Es war soviel Geld, dass der Brief der Bank im Querformat gedruckt war. Das würde dem Verein wieder etwas Luft verschaffen, um das nächste Vereinsjahr zu überstehen. 

 

Gestern nun weihten wir feierlich das runderneuerte Probelokal ein. Der Pool ist ein Traum und die Tänzerinnen machten Stimmung. Die Feuerschlucker waren von unserem neuen "Atelier", wie wir es nennen, genauso beeindruckt wie wir von ihren Kunststücken.

Der Kronleuchter ist zwar etwas gross für den kleinen Raum, aber er spiegelt sich so schön im Marmorfussboden und dem Blattgold an den Fenstersimsen. Fast wäre er aber in die Brüche gegangen, als zu später Stunde ein Korkzapfen an ihm vorbeirauschte. Dom Pérignon wurde sofort auf die Liste der verbotenen Gegenstände gesetzt. Dem Probelokal ist Sorge zu tragen. Die beiden kleinwüchsigen Butler haben übrigens eine Bedienstetenwohnung im ersten Stock mit einer Rutschstange in die Lounge neben der Bibliothek.

 

Momentan lebt und arbeitet der ganze Verein im Probelokal. Keiner hat es zuhause so schön. Unser Jahreskonzert wird bestimmt eine beschwingte Sache, jetzt, wo das Arbeiten so angenehm ist.

 

Bis dahin gibt es nur eines zu sagen: Danke, Warren Buffett. Danke. 

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