Die Amöbenbändigerin.

UnglauBlech steht mal wieder vor einer Intensivprobephase. Die Besetzung steht, die Musik ist mehr oder weniger komplett, die Konzertdaten sind fixiert.

 

Nun muss nur noch alles in eine publikumstaugliche Form gebracht werden. Dabei hilft uns Charlotte Joss. Sie macht das beruflich.

Nein, Sie kommt nicht aus der Psychiatrie, sondern stieg von den Brettern, die die Welt bedeuten herab zu uns. Mehrere KandidatInnen auf den Regiestuhl schmissen alles hin und rannten haareraufend davon, als Sie uns das erste Mal getroffen haben. Nur Charlotte blieb. Weil Sie die vielleicht einzige Frau ist, die es ganz allein mit uns acht aufnehmen kann und will. Natürliche Autorität und ein Mundwerk wie ein Granatwerfer: Sie war die Frau für den Job. Sie könnte auch eine Panzerkompanie befehligen. Ohne Funkgerät.

 

Lammfromm sitzen wir jetzt da, sagen danke und bitte, entschuldigen uns und machen zum Kauen den Mund zu, die Haare gekämmt und die Nägel geschnitten. Charlotte ist so etwas wie unsere Ersatzmutter. Wahrscheinlich hat sie auch noch bunte Pflaster mit Smileys drauf in ihrer Tasche. Und eine Elektroschockpistole. Und sie schnitzt Tiere aus Gemüse und liest uns neben den Leviten auch mal eine Geschichte vor.

 

Während unsere Vision eines Bühnenauftritts bei den meisten Regisseuren alle möglichen Ausschläge und –brüche hervorzurufen pflegt, setzt Charlotte jeweils noch einen drauf. Sie kam, eine Metamorphose setzte ein. Sie denken jetzt an einen schönen Schmetterling, nicht wahr? Bleiben wir realistisch. Es hat sich einfach etwas getan.


Die Früchte der ganzen Mühsal sehen Sie in zwei Wochen, wenn "Das dritte Streich" Premiere feiert.

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