Das Fest der Hiebe

Ach, was für ein schönes Weihnachtsfest wir hatten! Im Kreise sassen wir um den wunderbaren Plastikbaum, tranken Bier aus Dosen und versuchten Weihnachtslieder so hoch, laut und schnell wie möglich zu spielen. Eine Grossfamilie unter sich. Nach einer halben Stunde bluteten alle aus dem Mund und es war Zeit für Fertigpizza und mehr Bier.

Kurz danach geschah das, was man sich landläufig als trautes Zusammensein an Heiligabend schildert: Jeder gegen jeden. Ohne Mitleid. Alles begann mit kleinen, vordergründig humorösen Sticheleien. Der Schlagzeuger eröffnete mit einer Steilvorlage: Der Bass hätte sich immer nach dem Drummer zu richten. Der Tubist gab die Blumen weiter und meinte, dass die Posaunisten ohnehin in ihrem eigenen kleinen Universum lebten und - wie die drei Musketiere - gemeinsam gegen alle spielten. Die Posaunisten schoben alles auf die Trompeter, welche in ihrem grenzenlosen Narzissmus alle Regeln der Kunst missachteten und sich nie einen Dreck um die anderen scherten. Die Trompeter bildeten überraschend eine Phalanx und erklärten den anderen, sie sollten sich glücklich schätzen, in der Tiefe herumlungern zu dürfen, während oben Kunst entstünde, die Applaus erzeugte. Zwanzig Minuten später lagen alle Egos in Scherben im Raum verteilt. Die Bruchstücke wurden noch penibel zerkleinert, damit sie besser brannten. Nach einer weiteren Stunde war das Bier alle. Während die meisten Familien nun zu Bett gehen und sich am nächsten Tag wieder scheinheilig an den Tisch setzen würden, hielten wir uns an den Vorsatz, keine halben Sachen zu machen: Hochprozentiges raus und alle Geschütze auf Nasen, Frisuren, Dialekte, Freundinnen und Trinkfestigkeit richten. Schwachstellen sind Sollbruchstellen. Salz wurde eimerweise auf Handrücken und in offene Wunden gestreut.

Die Flasche war noch nicht halb leer, als die Stimmung kippte. Plötzlich wurde es wärmer im Raum, der Tonfall sanfter. Es wurden Zugeständnisse gemacht und ein Kompliment nach dem anderen gelallt. Schultern wurden geklopft und Loblieder auf die anderen gesungen. Die Wärme des Raumes, der Köpfe und der Herzen liess nach und nach alle in einen tiefen Schlaf fallen - ein zufriedenes Lächeln im Gesicht, ein halbvolles Glas in der Hand und einen Eimer vor dem Stuhl.

Es war ein Bisschen, wie wenn man die Pyramiden von Gizeh zuerst sprengte und dann Stein für Stein wieder aufeinanderstapelte. Zugegeben, am Morgen danach fühlte sich alles noch an wie ein grosser Haufen Steine. Doch am Nachmittag lichtete sich der Staub und man sah: Es war eine vier Kilometer hohe, zwei Kilometer breite und zweiunddreissig Millionen Tonnen schwere Kloschüssel aus massivem Marmor entstanden, auf der in goldenen Lettern von der Grösse des Eiffelturms „UnglauBlech“ geschrieben stand.

Was acht Kerle in einem Raum voller Fertigpizzen und Bier an nur einem Abend alles schaffen können... Nutzlos aber unzerstörbar: Ein Sinnbild für diese Band.

PS: Sie hätten Silvester erleben sollen. Meine Güte!

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Kommentare: 6
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