Abschied ohne Noten.

Nun haben wir es also zum ersten Mal "ohne" gemacht. Und wir möchten es nie mehr "mit" machen. Ohne fühlt es sich intensiver an. Ohne lässt es sich mehr geniessen. Und passieren kann ja nichts. Ein Notenständer ist schliesslich auch kein Fallschirm. Ausserdem soll das Publikum unsere stattlichen Erscheinungen bewundern dürfen. Auswendig rockt. 

 

Leider haben wir gleich nach dem Konzert beschlossen, unser erstes Programm "Jetzt wir." gen Hades zu schicken. Dort wird es in guter Gesellschaft aller Musik dieser Welt sein, die nicht mehr gespielt wird. Ein schöner Ort - es teilen alle das selbe Schicksal. Tausende Werke der Neuen Musik sitzen da und spielen Karten gegen die versammelten Haydn-Opern. Das zweite Album von Fool's Garden betrinkt sich mit Dieter Bohlen. Dieter Bohlen arbeitet dort in der Kantine.

 

Und während "Jetzt wir." sich mit diesem Schicksal arrangiert, arbeiten wir an seinem Nachfolger. Arbeitstitel: IrrSinn 2.0 - Eine sozialkritische Retrospektive der Blechmusik des 20. und 21. Jahrhunderts im Kontext des New Age.*

Es soll grösser, spektakulärer und lauter werden. Natürlich bringt das gewisse logistische Probleme mit sich: Wir überlegen noch, wo wir die sibirischen Tiger zwischen den Konzerten unterbringen wollen. Die Abklärungen bezüglich der Tragfähigkeit der bespielten Bühnen läuft. So ein Haifischbecken wiegt mehr, als man denkt. Dagegen ist der Gastauftritt der schwedischen Poledance-Weltmeisterin geradezu ein organisatorischer Klacks. Es stehen auch genügend Freiwillige zur Verfügung, die sie zwischen den Konzerten mit nach Hause nehmen wollen. Da sämtliche Pyrotechniker uns als Selbstmordkommando mit Grössenwahn bezeichneten und eine Zusammenarbeit ablehnten, nehmen wir das selbst in die Hand. Der Tubist macht gerade die Ausbildung zum Sprengmeister.

Um die Musik kümmern wir uns natürlich auch selber. Es soll wiederum von allem etwas dabei haben. Ausser Fugen. Da muss man zählen. Und Neue Musik. Die macht die Tiger wahnsinnig. IrrSinn in Ehren, aber Tierschutz geht vor.

Im April steigt dann die Sause und unser zweites Kind sturzgeburtet in die Welt hinaus. Feuer frei!

 

* Um im Kulturbereich ernst genommen zu werden, müssen Arbeitstitel sich lesen wie ein Software-Update und Grossbuchstaben ohne Leerschläge enthalten. Das ist total kreativ und angesagt**. Danach müssen Begriffe auftauchen, die wahnsinnig intellektuell tönen und den banalen Gehalt optimal kaschieren.

 

** Dem aufmerksamen Leser fällt auf, dass auch "UnglauBlech" in diese Kategorie der Wortschöpfungen fällt. Doch sei ihm versichert, dass das grosse B sich als notwendig erwies, als der Name der Band einem breiten Publikum nicht auf Anhieb einleuchtete, wenn es klein geschrieben war. Das grosse B soll auch das "Blech" in den Vordergrund rücken und die Rollkragen-und-Sakko-Träger mit Hornbrille*** verscheuchen, die in Erwartung einer Kammermusiksoirée vor unseren Schallbechern tausend Tode stürben. Kurz: Das grosse B schafft die nötige Distanz zum Umfeld von Sekt und Häppchen.

 

*** Der Autor entschuldigt sich für die eventuelle Verfehlung, dem Intellekto-Hipster noch immer die Hornbrille als Entscheidungsmerkmal zuzuschreiben. Er weiss nicht, was diese sich auf die Nase stellen, wenn alle Welt mittlerweile Hornbrillen trägt. Monokel?

 

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Kommentare: 8
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